Bildung braucht Platz
Geplanter Umbau der GGS Albert-Schweitzer-Straße, Huckingen
 

Update

03.01.2017

Auszüge aus dem heutigen Artikel in der WAZ von Monique de Cleur

Die Linke: Umbaupläne an der GGS Albert-Schweitzer-Straße prüfen

Deniz Ediz (Linke): Die Schulsanierungen sollen vorangetrieben werden. Die in KIDU beschlossenen Sanierungsarbeiten sollten so schnell wie möglich in Gang kommen. Außerdem werden wir uns die Sanierungspläne für die GGS Albert-Schweizer-Straße genauer ansehen. Hierbei sollten auch die Wünsche und bestehenden Arbeiten der Lehrer und Eltern der Schüler berücksichtigt werden. Vor allem sollte die Zukunft der Betreuungsräume geprüft werden.

Junges Duisburg: Investitionsprogramme begleiten

Frederik Engeln (Junges Duisburg): Die wichtigen, von Bund und Land finanzierten Investitionsprogramme KIDU und Gute Schule 2020 bedürfen einer intensiven Begleitung. Teilweise müssen finale Beschlüsse noch gefasst werden.

Update 21.12.2016
Ein erster kleiner Teilerfolg:
Der erste Architektenplan, der uns am 10.11.2016 vorgestellt wurde, ist vom IMD aufgrund der eindeutigen Ablehnung zurückgenommen worden. Diese Wendung wurde zudem sicherlich nicht unerheblich von dem Protest der Eltern beeinflusst, der sich in den letzten Tagen formiert hat. Da dem Amt für Schulische Bildung eine Schulbauleitlinie und ein Schulbaumusterprogramm grundsätzlich fehlen, sollen diese für ganz Duisburg neu gefunden werden. Die Abrisspläne für die so genannte ehemalige Förderschule sind aber nicht vom Tisch. Das IMD wird jetzt einen neuen Architektenplan bis spätestens zu den Osterferien erstellen. Schulpflegschaft und Betreuungsverein werden in Gespräche mit einbezogen.
Update 16.12.2016

Der Artikel in der WAZ hat sicherlich für Aufmerksamkeit gesorgt, ist an vielen Dingen leider völlig falsch. Hier Fakten zur Richtigstellung dazu:

• Der geplante Neubau von Doppelturnhalle, Verwaltungstrakt und neuem Trakt ist ausdrücklich nicht Teil des vom Bund geförderten KIDU Projektes.

• Das KIDU (Kommunale Investition Duisburg) Projekt wird ganz unabhängig durchgeführt und geht in die energetische Sanierung der Gebäudeteile A, B, C, D und E. Hierfür sind 3,7 Millionen Euro vom Rat bewilligt. Diese Maßnahme hat nichts mit dem Abriss des ehemaligen Förderschulgebäudes und der geplanten Bebauung mit neuen Gebäuden zu tun und wird ganz unabhängig durchgeführt.

• Auch die jetzige Turnhalle soll von diesem Geld fertig saniert werden.

• Eine neue Doppelturnhalle und der Abriss der alten Turnhalle kostet ca. 3.000.000 Euro.

• Der neue Verwaltungstrakt mit vorgelagertem Flur ca. 1.000.000 Euro.

• Der neue Trakt mit 4 Klassenräumen, einer Mensa, kleinen Nebenräumen und der Abriss des alten Gebäudes ca. 3.000.000 Euro.

• Es kommen also geschätzt mindestens 6 – 8 Millionen Euro zu dem KIDU-Geld (3,72 Millionen Euro) dazu.

• Das ehemalige Förderschulgebäude heißt nur so und wird von der Stadt fälschlicherweise auch so gehandelt. Es wird schon seit vielen Jahren von der Grundschule genutzt, insbesondere nach der Schließung der Schulen Nordhäuser Straße (Ungelsheim) in 2010 und Schulz-Knaudt-Straße (Hüttenheim) in 2012.

• Dieses Gebäude ist nicht die ehemalige Förderschule, sondern war immer auch fester und wichtiger Bestandteil der Grundschule. Dies mindestens seit 1992. Dieser Irrtum führt immer wieder zu falschen Argumentationen seitens der Stadt.

Update 15.12.2016

IMD und GEBAG planen massive Einschnitte an der Grundschule Albert-Schweitzer-Str. in Duisburg-Huckingen.

In einer außerordentlichen Schulpflegschaftssitzung haben Herr Geselbracht und Frau Gellert über anstehende Umbaumaßnahmen / Abrissvorhaben informiert. Neben der ab Sommer 2017 geplanten energetischen Sanierung unserer Schule plant das IMD (Immobilienmanagement Duisburg) ein separates zweites Projekt, das gravierende Veränderungen mit sich bringt. Das Vorhaben wurde vom IMD ausschließlich mündlich übermittelt, somit konnte Herr Geselbracht uns keine Pläne oder ähnliches zur Verfügung stellen. Werden die Pläne wie vorgestellt umgesetzt, reduziert sich der Platz für Unterricht und Betreuung sowie die Fläche des Pausenhofs erheblich. Seitens der Schulpflegschaft sind wir der einhelligen Meinung, dass diese Maßnahmen völlig am Bedarf vorbeigehen und so nicht zu akzeptieren sind.

Begründet werden die massiven Einschnitte in das Schulleben durch ein geplantes Vermarktungsvorhaben des Geländes der ehemaligen Förderschule und ein Anwachsen der Schülerzahl von derzeit 400 auf 500 Kinder.

Im Einzelnen ist geplant, dass der komplette linke Teil der Schule (ehemalige Förderschule), in dem sowohl Klassenräume als auch die gesamte Betreuung untergebracht sind, abgerissen werden soll. Das Gelände – Gebäude und Schulhof - soll der Schule nicht mehr zur Verfügung stehen. Der Kindergarten soll von seinem jetzigen Standort komplett weichen. Mögliche Ersatzorte sind uns nicht bekannt.

Folgende Bereiche sind von den Umbaumaßnahmen betroffen:

1. Es ist ein Neubau für Mensa und Klassenräume geplant, der auf dem jetzigen Schulhof zwischen Aula und Klettergerüst stehen soll. Mit diesem Bau wird der Pausenhof deutlich verkleinert, was im Hinblick auf ein prognostiziertes Anwachsen der Schülerzahl um weitere 100 Kinder als völliger Irrsinn erscheint! Die Mensa soll in „multifunktionaler“ Weise genutzt werden, d.h. zusätzlich als Werk- und Musikraum. Das Konzept der multifunktionalen Mensa ist aufgrund großer organisatorischer Herausforderungen und hygienischer Risiken zweifelhaft. Ebenfalls in dem Gebäude enthalten sind
4 Klassenräume, die nach heutigem Standard gebaut werden, und somit deutlich kleiner als die gegenwärtigen Räume der Albert-Schweitzer-Schule.

2. Der Betreuung werden keine eigenen Räume mehr zur Verfügung stehen. Sie soll „multifunktional“ in den Klassenräumen stattfinden. Damit steht kein Platz für Material und keine klaren räumlichen Strukturen zur Verfügung! Es wird jedem klar sein, dass unsere Kinder in Unterrichtsräumen nicht freizeitpädagogisch sinnvoll betreut werden können. Kinder brauchen eigene Räume, in denen sie sich frei bewegen und die Betreuer/innen pädagogisch fachlich wertvoll arbeiten können. Bei einer Betreuungsquote von mittlerweile 60% betrifft diese dramatische Verschlechterung ein Großteil von uns. Mit dem neuen Konzept sind aus unserer Sicht lediglich eine Verwahrung der Kinder und keine Betreuung mehr möglich.

3. Alle vorhandenen Fachräume werden ersatzlos wegfallen. Nach jahrelangem Raummangel ist die Schule seit sehr langer Zeit zum ersten Mal in der Lage, adäquaten und handlungsorientierten Unterricht zu erteilen.

4. Die gerade frisch renovierte Turnhalle (Decke mit Akustik und Boden) soll einer neuen, etwas größeren weichen, in der dann 2 Klassen gleichzeitig unterrichtet werden. Diese wird auf das Schulgelände vorrücken und nochmals den Pausenhof verkleinern.

5. Auf der kleinen Wiese zwischen dem heutigen Verwaltungstrakt und der Turnhalle wird ein neues Verwaltungsgebäude errichtet – noch mal weniger Platz auf dem Schulhof!

Weitere Einzelheiten und eine grobe Visualisierung können Sie von Ihrer Klassenpflegschaft in Erfahrung bringen.

Es sei noch erwähnt, dass im Rahmen der Schließung der Grundschulen in Ungelsheim und Hüttenheim den Eltern, Schülern und Lehrern eine adäquate und gut ausgestattete Schule an unserem Standort versprochen wurde. Genügend Klassen- und Fachräume mit Betreuungsmöglichkeiten waren Hauptargumente.

Noch hat die Schule einen sehr guten Ruf und kann sich gegen 3 andere – zum Teil private Schulen – gut behaupten. Man stellt sich nun folgende Fragen:
• Kann man unter solchen Umständen eine Betreuung aufrechterhalten?
• Können wir Eltern noch wie gewohnt arbeiten gehen?
• Kann der Unterricht noch in der heutigen Qualität stattfinden?
• Ist die Bewegungsfreiheit auf dem Pausenhof für Toben, Laufen, Verstecken spielen etc. noch gegeben?
• Werden zukünftig noch Kinder an dieser Schule angemeldet? Und wenn nicht, wo sonst?

Die Motivation der Stadt Duisburg für die Umbaumaßnahmen basiert offensichtlich auf rein betriebswirtschaftlichen Aspekten. Pädagogische Meinungen und Erfahrungen wurden nicht ausreichend erfragt und mit Nichten berücksichtigt. Die Bedürfnisse unserer Kinder wurden völlig missachtet.

Durch die Vermarktung des Grund und Bodens kann die Stadt Duisburg ca.
1,5 Millionen Euro für die Stadtkasse generieren. Für den Abriss und den Neubau
von 3 Gebäuden stehen die Ausgaben von geschätzt 8-10 Millionen Euro entgegen, auch wenn diese vielleicht aus Mitteln des Landes/Bundes zur Verfügung gestellt werden. Aus unserer Sicht: Verschwendung von Steuergeldern!!!!

Sicherlich gibt es Bereiche an der Schule, in denen Verbesserungen notwendig sind (z.B. Toilettensanierung). Aber die Schule mit mehreren Millionen deutlich zu verschlechtern/kaputt zu bauen, ist UNMÖGLICH!!!

Auf der Schulpflegschaftssitzung sorgten die Umbaupläne für komplettes Unverständnis. Deshalb hat sich bereits eine Koordinationsgruppe zusammengefunden, die Proteste gegen die Pläne organisiert. Natürlich sind wir auf die Hilfe und Unterstützung aller Eltern angewiesen. Geplant ist, mit Hilfe von Funk, Fernsehen, Presse und Politik dieses Vorhaben in dieser Form zu verhindern.

 
Quelle: www.bildungbrauchtplatz.de